Atmen Ameisen Abflugbereit Auf Apfelbäumen im April Ahnen auch die Ahnungslosen Allerlei Aufregung
Blätterteig bläht sich Auf dem Blech im Backofen Blasen, Beulen, ein butterweiches Ballett Choreographiert Im Curry Curcuma Café Durch und durch delikat.
Dösen drei Drachen Dort im Durchgang Der Dornenhecke Ein Einbrecher mit Eimer Eilt durch die Einbahnstraße: Feierabend!
Frühe Fähren auf dem Fluss Freche Finken in den Flatterulmen Flügel glänzen am Himmel Juwelengleich kosmisch Libellen? Mosaikfliegen? Nein: Ameisen im Aufbruch Durchqueren das Alphabet, Blenden die Drachen, Die blinzeln und sich erheben Ebendeswegen
Der Eimer fällt Der Deckel springt Es fließt das Geld Und Paula Paprika Auf dem Weg zum Jobcenter Zückt eine Tüte und füllt sie Mit klingenden Münzen.
Sieben Lügen braucht sie Für einen lückenlosen Lebenslauf Und einen heißen Gewürztee Im Curry Curcuma Café
Der Einbrecher eilt weiter Immer lästig mit dem Kleingeld Und dann diese Drachen Die plötzlich erwachen Und gähnen Mit blutroten Rachen
Kein Geld ist Kleingeld Denkt Paula Paprika Und kein Leben hat Lücken Ein Lebenslauf ist nur Eine Aufzählung von Zeiten In denen sie Für jemand anders Nützlich war Zu viel Nützlichkeit schadet der Gesundheit Paula schlürft den Gewürztee Und beißt in den Gemüsestrudel Sie mag Eimer, aus denen Geld kommt
Am Nebentisch sitzt der Einbrecher Bei Blätterteig und Rentenrechner Sieben Jahre hat er noch Die Kur wurde abgelehnt Samstag ein Seminar zur Stressbewältigung Dort muss er wieder lügen Beruf: Umzüge zur Unzeit Besondere Belastung: Nachtarbeit Nein, schwer ist es nicht Was er so von einem Ort zum anderen trägt Aber er leidet unter Verfolgungsängsten
Meine Mutter hatte im Schlafzimmer eine Kommode mit zwei abgeschlossenen Schubladen. Der Schlüssel für die obere Schublade hing an einem Haken an der Rückseite der Kommode. Ein umsichtiger Dieb oder neugierige Kinder konnten ihn schnell entdecken und so an die Schmuckschatulle gelangen. Wir streichelten die glatten Perlen der Kette, zogen die Ringe über den Daumen, der als einziger dick genug war, um sie halbwegs auszufüllen, oder steckten uns die Pfauen-Brosche an, was schmerzhaft enden konnte, wenn die Nadel, die in den Stoff hinein geglitten war, an unerwarteter Stelle wieder zum Vorschein kam und in die Fingerkuppe stach.
Den Schlüssel für die zweite Schublade suchten wir vergebens. Warum hing er nicht auch am Haken an der Rückseite der Kommode? Was verbarg sich in dieser Schublade? Was war meiner Mutter kostbarer als ihr Schmuck; was wollte sie besser vor Entdeckung schützen?
Es gibt Geheimnisse, die liegen gleich unter der Oberfläche; man kratzt ein bisschen und sie scheinen durch. Sie sind vielleicht peinlich, aber erzählbar, so etwas wie entzündete Hämorrhoiden, über die man nicht gerne spricht. Man tut so, als hätte man sie nicht, und dann erzählt man es doch einmal und merkt, das ist gar nicht so schlimm.
Und dann gibt es Geheimnisse, die Teil eines Lebenskonstruktes sind, fest eingebaut in die eigene Identität. Etwas, das da ist, soll nicht sein, oder etwas, das es gar nicht gibt, soll sein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Illusionen aufrecht zu erhalten, und wir haben alle ein paar, die wir nicht gerne hergeben.
Die tragenden Wände von Geheimnissen sind Lügen; freche, fromme und raffinierte Lügen, und dichtes Schweigen. Wenn jemand das Schweigen bricht und die Lügen aufgedeckt werden, tragen die Wände nicht mehr und stürzen ein. Dann klaffen Löcher und legen das frei, was niemand sehen sollte. Ein Teil des eigenen Lebens muss revidiert werden, neu gesehen, neu bewertet, und das ist immer mit Schmerzen verbunden.
Als eines Tages, nach 25 Jahren ohne Kontakt, mein Bruder auf meiner Mailbox zu hören war, hatte ich ihn plötzlich als schmuckbehängten kleinen Jungen vor Augen, und musste an die verschlossene Schublade denken, deren Schlüssel wir vergebens gesucht hatten.
Er bat mich um Rückruf, sagte nicht warum. Etwas zittrig rief ich zurück. Ich vermutete, dass der Grund, sich nach so langer Zeit bei mir zu melden, der Tod meiner Mutter war. Ich irrte mich insofern, als ihr Tod kein Grund für ihn war, mich anzurufen. Der Anruf kam erst 9 Tage später, als die Trauerfeier und die Einäscherung schon vorbei waren, und er feststellen musste, dass er für die Urnenbestattung in seinem Garten die Unterschriften von mir und meiner Schwester brauchte.
Gleich zu Beginn des Telefonats sagte er: “Die Mama hat so darunter gelitten, dass ihr euch nie bei ihr gemeldet habt.” Ich holte Luft, um ihm zu widersprechen; wusste dann aber nicht, wie ich in ein paar Sätzen zusammenfassen sollte, was mir bei diesem Vorwurf alles einfiel. Und so sagte ich nichts dazu und ließ ihm seine Vorstellung: eine leidende Mutter, die sich nach ihren Töchtern sehnt, die ihr den Kontakt verweigern.
Meine Mutter war immer Leidende gewesen. Sie war unterdrückt; das vermittelte sie mir, lange bevor ich etwas von Feminismus wusste. Sie litt darunter, immer zu Hause sitzen zu müssen, während mein Vater in der Stadt zu tun hatte oder auf Geschäftsreise ging. Sie hatte keine Freiheit und war darüber unglücklich, und die Aufgaben, die ihr zugeteilt waren, waren mühsam und unattraktiv. Dieses Saubermachen und Kochen: Tätigkeiten, die unsichtbar wurden, sobald das Essen gegessen und die Wohnung wieder dreckig war.
Meine Mutter war Ehefrau, Hausfrau und eben Mutter, und nicht mehr. Und dann fing sie an, abends in die Kneipe zu gehen, wo sie flirtete, rauchte, trank: das waren ihre Freiheiten. Sie nahm erst meine Schwester und dann mich mit, und sie nahm sich einen Liebhaber nach dem anderen. Sie war immer Gebende gewesen und dann Nehmende geworden. Als Kind fand ich das gerecht. Mir schien es damals so, als hätte sie keine andere Möglichkeit, als meinen Vater zu betrügen.
Seit ich 11 Jahre alt war, gehörten diese Kneipengänge zu meinem Leben dazu, genauso wie das nach Hause kommen, wo wir auf meinen Vater und meinen Bruder trafen, die meistens gemeinsam vorm Fernseher saßen. “Wo wart ihr?”, schrie mein Vater, und: “Ihr stinkts nach Rauch und Schnaps!”
Es war also kein Geheimnis, mein Vater hatte die Wahrheit sofort erkannt. Aber Wahrheit braucht Bestätigung. Und die bekam mein Vater nicht. Denn ich erzählte eine andere Geschichte. Im Auto, auf der Rückfahrt, lutschten wir Pfefferminzbonbons, “um uns frisch zu machen”, wie meine Mutter es nannte, und dann fragte sie immer: “Was erzählen wir denn zu Hause?” und meine Phantasie sprudelte. Meistens waren wir bei einer meiner zahlreichen Freundinnen gewesen. Ich hatte ihnen bei einer Rechenaufgabe geholfen oder sie mir beim Topflappen stricken. Wir spielten Seilspringen mit Gedichten, und ich gewann immer dabei. Wir fütterten die neuen Goldfische mit der Pinzette oder mussten 5 Hunde ausführen; der kleinste fiel beinahe durchs Kanalgitter, der größte stemmte seine Vorderpfoten auf die Ladentheke des Fleischhauers, damit er einen Wurstzipfel bekam.
“Du spinnst!”, schrie mein Vater. Ich hatte Angst vor ihm, wenn er seinen roten Kopf bekam und der Kragen zu eng wurde für seine Wut; aber ich schrie zurück. Meine Mutter stand schweigend daneben. Sie war zu schwach, ich musste das regeln. Sie schwieg auch, wenn er ihr vorwarf: “Du verdirbst die Kinder!” Ich warf mich für meine Mutter in die Bresche, mit so einem Eifer, dass mein Vater mich einmal, als wir nach Hause kamen, nicht hinein ließ, sondern mich aussperrte, um mit meiner Mutter alleine zu reden.
Da saß ich dann auf den kalten Stufen und weinte, weil ich meiner Mutter nicht helfen konnte. Mir war schlecht, weil ich wieder zu viel getrunken hatte, ich wollte ins Bett, mein Vater sollte uns in Ruhe lassen. Ich hasste dieses Geschrei, und es machte mir auch keinen Spaß mehr, Geschichten zu erfinden. Ich hatte gar keine Freundinnen, in Wirklichkeit, niemand lud mich ein, und wenn ich in der Hofpause mal beim Seilspringen mitmachen durfte, stellte ich mich so ungeschickt an, dass sich die anderen über mich lustig machten.
2026, numerisch betrachtet, bietet als Quersumme die 10 (2+0+2+6=10) , eine Zahl, die mit Vollendung assoziiert wird, weil wir mit dem Dezimalsystem arbeiten, das so gut zu unseren zehn Fingern passt.
Die Quersumme von 10 ist 1 (1+0=1), von jeher ein Symbol für den Neuanfang. Beim Addieren von 10 und 1 stoßen wir auf die 11, Primzahl und Schnapszahl, die sowohl an Fußball als auch an Fasching erinnert.
Und schließlich, mit der Quersumme von 11, (1+1=2), ergibt sich die Zwei, die mit dem Zweifel verwandt ist und darauf hindeutet, wie wichtig es ist, unser Wissen auch immer wieder in Frage zu stellen.
Die 11 ist im Periodensystem der Elemente dem Natrium zugeordnet, einem wachsweichen, silberglänzenden Metall, das in luftdicht verschlossenen Stahlfässern gelagert werden muss, weil es so stark reagiert. Ebenfalls hochreaktiv ist Chlor, die Nummer 17 im Periodensystem, (Quersumme 8, eine Zahl, auf die ich später noch zurückkommen werde). Chlor ist ein gelbgrünes, übel riechendes, sehr giftiges Gas. Wie erstaunlich, dass die Verbindung dieser beiden Elemente eine Substanz hervorbringt, die in Farbe, Konsistenz und Verhalten in keinster Weise an ihre ursprünglichen Zutaten erinnert. Es entsteht dabei nämlich Natriumchlorid, unser Kochsalz.
Jede Jahreszahl hat neben ihrer numerischen Bedeutung immer auch eine religiöse und eine politische. Wenn wir das neue Jahr “2026” nennen, beziehen wir uns auf die christliche Zeitrechnung, die andere Zeitrechnungen wie die jüdische, die islamische, die chinesische und weitere, an Bedeutung überholt hat, und mittels kolonialer und kapitalistischer Verbreitung, heute weltweit als Haupt-Zeitrechnung verwendet wird. Sie ist zu einem Symbol für christlich europäische Vorherrschaft geworden.
Vor 2026 Jahren wurde ein gewisser Jesus geboren. Es gibt auch Stimmen, die behaupten, dass es ein Mädchen gewesen war, Susi genannt, und ob ihrer Widerspenstigkeit des öfteren “Ja Susi!” getadelt, woraus dann der Name “Jesus” wurde. Aber das ist wahrscheinlich nur ein Gerücht.
Der männlich gelesene Jesus ist auf jeden Fall das wohl bekannteste mensch-göttliche Wesen aller Zeiten geworden. Er hat in mindestens 4 Religionen erfolgreich Platz genommen. Während er im Christentum als Sohn Gottes eine herausragende Stellung hat, und im Judentum nur eine nebensächliche, ist Jesus im Islam ein Prophet, der, anders als andere Propheten, Wunder vollbringen kann, und im Hinduismus wird er sogar als Gott anerkannt; allerdings muss er sich diese Stellung mit vielen anderen Göttern und Göttinnen teilen.
Religionen haben oft mehr miteinander gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheinen mag, und manchmal werden die Grenzen zwischen ihnen auch nicht so streng gezogen. In Gaza war es früher üblich, dass Muslime an Weihnachten mit ihren christlichen Nachbarn in die Kirche gingen — genauso, wie christliche Palästinenser*innen an muslimischen Feiertagen die Moschee besuchten. Mittlerweile sind fast alle Kirchen und Moscheen im Gazastreifen zerbombt, niemand kann sich mehr dort treffen.
Der orthodoxe Theologe Jousef AlKhoury¹ berichtet, dass es in Palästina unter Nachbarinnen üblich war, Kinder gemeinsam zu stillen; religiöse Verschiedenheiten spielten dabei keine Rolle. Kinder, die von derselben Frau gestillt worden waren, galten als Geschwister. So wurden Verbindungen aufgebaut und eine erweiterte Familie kreiert, die sich nicht auf die eigene Nachkommenschaft beschränkte.
Aline stellt sich gerne in den Besteckkorb, ich lege mich lieber auf das Gitter für die Gläser, in der zweiten Ebene. Nur Cora ist dünn genug, um auf der Ablage in der dritten Ebene noch bequem liegen zu können. Sie nimmt als Unterlage ein himmelblaues Fleecetuch; behält aber trotzdem oft Abdrücke der Halterungen für Messer Gabel Löffel auf ihrem Gesicht zurück. Wenn Xenia das beim Abendessen bemerkt, wird sie mit den Augen rollen. Sie war nicht dabei, beim Seminar “Gedankenreinigung”, deshalb kann sie uns nicht verstehen.
“Fertig?”, fragt Jette. Sie musste diesmal draußen bleiben, um die Maschine anzustellen, denn Xenia weigert sich. “Ich bin bereit!”, murmle ich. Sobald ich meinen Kopf auf den Spülschwamm gebettet habe, entspanne ich mich. “Intensiv-Programm bitte”, meint Aline, “ich spüre ein Problem in mir aufsteigen. “Mir ist alles recht”, lässt sich Cora vernehmen. In der Geschirrspülmaschine haben wir noch nie gestritten.
“Lasst es euch gut gehen!”, sagt Jette, als sie das rosa Reinigungspulver einfüllt. “Du kommst danach auch noch dran”, verspreche ich ihr, aber sie hört es nicht mehr. Es wird dunkel, mit einem Klacken schließt sich die Klappe. Aline gibt einen wohligen Seufzer von sich, ich dämmere schon vor mich hin. Ich höre das Wasser rauschen, mit einem Brummen setzt sich der Motor in Bewegung, dann gehe ich in einen Zustand über, den ich sonst wahrscheinlich nur mit ausgiebiger Meditation erreichen könnte.
Mit einem Meditationskurs habe ich es ja auch versucht. Aber ich konnte meine Gedanken nicht abstellen und hatte Schmerzen, weil ich das Sitzen nicht gewohnt war. In der Geschirrspülmaschine hingegen — nur absolute Ruhe und Gelassenheit, von der ersten Minute an. Nichts stört, ich löse mich von allen Problemen, Leichtigkeit durchströmt mich, ich fühle mich geborgen.
Es ist das beste Stressbewältigungs-Programm, das ich je kennengelernt habe. Was habe ich mich früher aufgeregt! Ich hatte hohen Blutdruck, Leberverhärtung, Verdauungsbeschwerden und war so verspannt, dass ich jeden Monat zur Osteopathie musste. Ich habe mich mit Kolleg*innen gestritten, mich über die Nachbarn beschwert und über rücksichtslose Autofahrer*innen geschimpft. Und die politischen Nachrichten haben mich so aufgewühlt, dass ich Kopfschmerzen davon bekam.
Als Xenia nach Hause kommt, ist auch Jette schon mit ihrem Durchgang fertig, sie kommt gerade mit geföhnten Haaren aus dem Badezimmer. Aline und Cora haben einen Salat vorbereitet, ich habe Bratkartoffeln gemacht, Gemüse gibt es noch vom Mittagessen. Als wir alle um den Tisch sitzen, fällt mir auf, wie bedrückt Xenia aussieht. “Was ist denn los?”, frage ich sie, obwohl ich schon weiß, dass ich ihr nicht helfen kann.
“Es ist so schrecklich!”, platzt sie heraus. “Immer noch verhungern Babies, obwohl an der Grenze die Lastwagen mit Lebensmitteln Schlange stehen! Und es sind schon wieder Menschen bei der Essensausgabe erschossen worden. Die Siedler haben neue Häuser zerstört …” Sie seufzt, und es tut mir leid, dass sie sich so quält. Noch dazu völlig umsonst, weil es ja keinem Menschen hilft, dass sie unser wunderbares Abendessen nicht genießen kann, sondern es stattdessen mit ihren Tränen salzt.
Ich kenne diesen Zustand so gut. Er ist sehr unangenehm. Es hat auch mich so geplagt, dass ich ständig darüber reden musste. “Ein Genozid, da passiert ein Genozid, wir müssen etwas tun!” Was hab ich alle damit genervt. Freund*innen haben sich distanziert, Arbeitskolleg*innen über mich getuschelt. Und dann konnte ich wieder einmal stundenlang nicht einschlafen, wachte gerädert auf. Und das alles für nichts und wieder nichts! Keinen einzigen Menschen habe ich gerettet mit meinen Protesten vor dem Rathaus.
Cora legt Xenia eine Hand auf den Arm. “Möchtest du es nicht doch einmal versuchen?”, sie deutet auf die Geschirrspülmaschine. Xenia schüttelt den Kopf. “Ich ziehe aus”, murmelt sie. “Das ist nun wirklich übertrieben”, meint Jette nachsichtig. “Du kannst doch darüber reden, wenn es das ist, was du möchtest.” “Was ich möchte -”, Xenia hat schon einen roten Kopf, “ist, dass ihr endlich wieder Gefühle habt!”
“Wir haben Gefühle”, erkläre ich. “Sogar sehr viele. Aber eben nur schöne.” “Ja, genau! Ihr seid so reduziert!” Ich widerspreche: “Im Gegenteil! Ich habe jetzt viel mehr vom Leben.” “Was für ein Leben hast du denn noch?” “Ach, Xenia, wozu soll das denn gut sein, sich dafür verantwortlich zu fühlen, wenn andere leiden, irgendwo weit weg? Das hat doch mit uns gar nichts zu tun! Warum sich dauernd aufregen und wütend sein? Sich womöglich noch an Probleme aus der Kindheit erinnert fühlen, auf alte Traumata stoßen und sie unbedingt aufarbeiten wollen. Das ist alles nur schmerzhaft und führt zu nichts.”
“Ja, es ist schmerzhaft, aber viel schlimmer ist es, sich davon nicht berühren zu lassen. Es nicht spüren zu wollen — das trennt dich von anderen Menschen. Und von dir selbst.” “Ich fühle mich ganz unzertrennlich”, scherzt Aline. “Ach, ihr versteht mich nicht!”, Xenia schiebt den Teller, den sie nur halb aufgegessen hat, von sich weg. Wir schweigen, denn sie hat recht. Wir können sie wirklich nicht mehr verstehen, jetzt, wo wir auf der anderen Seite sind, wo sich negative Gedanken so leicht auflösen lassen, mit nur einem Spülgang von 45 Minuten, und ein paar kleinen Übungen zwischendurch.
Als Gott die Geschlechter verteilt hat, bin ich zu spät gekommen. Deshalb hab ich keines. Erst dachte ich: Pech gehabt, weil mir ja etwas fehlte, später bemerkte ich dann, dass es mir gar nicht fehlt. Nur anderen fehlt es. Wenn sie mich sehen, fühlen sie sich unbehaglich. Eine Philosophin hat sogar ein Buch darüber geschrieben: Das Unbehagen der Geschlechter.
Aber ich glaube, die meisten Leute haben es nicht gelesen. Sie starren mich immer noch an und versuchen, etwas an mir zu finden, das ich nicht habe. Deshalb versuche ich, möglichst unauffällig zu bleiben. Und jetzt hat mir Prinz Almut zum Geburtstag eine Leuchtweste geschenkt!
“Oh — was mache ich damit?”, frage ich xier. “Anziehen! Dann wirst du besser gesehen. Damit du nicht angefahren wirst, wenn du im Dunkeln radelst!” “Aber ich werde doch gerade dann, wenn die Leute mich sehen, oft angefahren!” Prinz Almut lacht herzlich, dens Bauch wackelt, ich umarme xier und bedanke mich, obwohl ich die Jacke nie anziehen werde. Dabei mag ich orange. Streifen mag ich auch. Und eigentlich würde ich gerne leuchten.
Prinz Almut hat ein Gespür dafür, was Leute mögen und brauchen. Xier ist Coach, und hat sich auf Urlaubsstress spezialisiert. Dens Arbeit wird sogar von den Krankenkassen bezuschusst. Denn es kommt immer öfter vor, dass Menschen von ihrem Urlaub so gestresst sind, dass sie danach arbeitsunfähig sind.
Viele machen gar nicht richtig Urlaub, weil sie weiterhin ständig erreichbar sind. Andere sperren das Arbeitshandy in einen Safe, der sich erst am letzten Urlaubstag wieder öffnet, und haben dann den Stress, sich jetzt aber auch wirklich erholen zu müssen. Es gibt Streit mit Mitreisenden, weil es auf einmal viel mehr Zeit dafür gibt; enttäuschte Erwartungen, wenn der Berg, den man alleine besteigen wollte, von Menschen übersät ist; den Schock, in einem fremden Land zu sein, obwohl der Reiseprospekt versprochen hat, dass man sich wie zu Hause fühlen würde.
“Und was machst du mit diesen Leuten?”, fragte ich Prinz Almut. “Unterschiedlich. Manchmal bin ich die Herberge, nach der sie sich schon ihr ganzes Leben lang gesehnt haben. Oft muss ich erstmal einen Grundkurs Diversität machen. Viele glauben ja, ich würde Almut Prinz heißen. Erst wenn ich mich auf meinen Thron setze, dämmert ihnen etwas. Dann kommen die Fragen. Gestern hat wieder jemand gesagt: “Wenn Sie Prinz sind, dürfen Sie doch noch gar nicht auf den Thron!” “Tja”, meinte ich, “das ist ein Unterschied zwischen monarchistischem und anarchistischem Prinzentum! Es gibt noch ein paar mehr.”
Prinz Almut kenne ich seit zwei Jahren. Es ist allerdings das erste Mal, dass xier zu meinem Geburtstag gekommen ist. Bei meinen Geburtstagen treffen immer sehr unterschiedliche Menschen aufeinander, die ich in meinem Alltag nicht zusammen einlade, weil ich befürchte, dass sie sich nicht verstehen würden. Einmal im Jahr müssen alle miteinander klar kommen. Bis jetzt hat das geklappt.
Es klingelt, Norbert kommt die Treppe hoch, drückt mich und drückt mir etwas in die Hand, loses Papier, in dem sich etwas Festes befindet: “Tut mir Leid, ich hatte kein Klebeband mehr.” Das Einwickelpapier ist ein Kalenderblatt, eine dicke Kreuzspinne in ihrem Netz vor blauem Himmel. “Die sieht ja toll aus!” Als ich den Titel des Buches sehe, muss ich lachen. “Wer spinnt hier eigentlich?” Den Untertitel lese ich nur bis “… Genozid”, dann klingelt es wieder.
Fiona. Wir haben uns schon länger nicht mehr getroffen. Als ich sie sehe, verengt sich mein Hals, ich muss mich anstrengen, um Luft zu bekommen. “Schön, dass du da bist!” Meine Stimme klingt heiser. Sie sagt nichts, bemüht sich zu lächeln und streckt mir einen riesigen Blumenstrauß entgegen. “Danke, da suche ich gleich eine Vase für!” Ich bin erleichtert, dass ich davon huschen kann.
Als ich mit den Blumen in der Vase ins Sofazimmer komme, verteilt Latifa den Schokoladenkuchen, den sie gebacken hat, und das Nachbarkind starrt Prinz Almut an: “Meine Mama hat gesagt, du bist kein Mann und keine Frau, sondern so etwas wie ein Mann und eine Frau gleichzeitig. Wie geht das denn?” Alle schauen Prinz Almut an, die schließlich erklärt: “Ich habe einfach alles gemacht, was ich gerne machen wollte, und das waren dann Frauensachen und Männersachen und schwupps, schon war ich beides. Und noch viel mehr.” Toni schaut xier mit großen Augen an. “Bist du deshalb so dick?” Prinz Almut lacht herzlich: “Die beste Erklärung für meine Körperfülle, die ich je gehört habe. Danke!” Xier schüttelt die kleine Hand und kommt auf mich zu.
Nina platzt herein. Ich kenne sie nicht so gut, habe sie aber spontan eingeladen, als ich sie neulich beim Fahrradhändler traf. “Britta hat gesagt, dass du alles liest. Also, das ist ganz neu raus gekommen und wurde in der Zeitung euphorisch besprochen.” “Danke.” Ohne große Hoffnung zerreiße ich das Geschenkpapier.
“Darf ich mal?” Prinz Almut nimmt das Buch, liest laut: “Das große Schweigen. Warum wir immer noch viel zu wenig über den Holocaust wissen und sprechen”. Xier blättert es durch: “Ich vermisse eigentlich ein Buch über das aktuelle Schweigen in Deutschland.” Alle schweigen betreten, was der Situation etwas Absurdes gibt, nur Nina fragt nach einer Weile: “Was meinst du denn?” “Das Schweigen über den Völkermord an den Palästinenser*innen, an dem Deutschland mitschuldig ist und …” Xenia räuspert sich: “Wir als Deutsche dürfen nicht …” “Bin ich gar nicht!”, ruft Prinz Almut. “Dann wirst du das nie verstehen können”, erklärt Nicole. “Was denn, dass die Verbrechen, die die Deutschen begangen haben, ein Freibrief dafür sind, die Palästinenser*innen zu malträtieren?”
Tan-Li stößt einen schrillen Lacher aus, Fiona bedeckt ihr Gesicht mit den Händen, Nina sagt verlegen: “Wir wollen doch jetzt Geburtstag feiern”, und schaut mich an. Eigentlich wäre es eine gute Gelegenheit, um zu diskutieren, aber ich habe die Befürchtung, dass es schief geht. Thomas Akabu geht es wohl auch so. “Ich mach neuen Kaffee”, ruft er und zwinkert mir zu, als er Richtung Küche geht. Ich bemerke, dass Rona, der Cockerspaniel von Rena, die Vorderpfoten auf den Couchtisch gestemmt hat und die Sahneschüssel ausleckt. Wenigstens eine, die die Situation auskosten kann.
Eigentlich brauche ich keine Geschirrspülmaschine. Aber in der Wohnung war eine drin, so eine kleine, und mit der Zeit habe ich sie benutzt. Als sie kaputt war, hat der Vermieter eine neue besorgt. Sie sieht toll aus, ein schickes Grün, einfache Bedienelemente, lässt sich gut befüllen. Nur: nach zwei Wochen gibt sie den Geist auf, den sie genau genommen vorher auch nicht besessen hat. “Rufen Sie den Reparaturservice an!”, trägt mir der Vermieter auf.
Von einer unangenehmen Vorahnung erfüllt, wähle ich die angegebene Nummer. Eine Stimme fragt mich: “Rufen Sie zum ersten Mal bei uns an? Dann drücken Sie die Taste eins. Oder haben Sie schon einmal mit uns telefoniert? Dann drücken Sie die Taste zwei.” Seltsame Auswahl, denke ich, aber sofort nach dem Drücken der Taste eins werde ich von einer netten Frau begrüßt. Sie hört sich mein Problem an und sagt dann: “Ich schicke jemanden vorbei. Sind Sie in einer Stunde noch da?” “In einer Stunde?”, frage ich ungläubig. “Ja! Ich bin da.”
Als es nach 50 Minuten klingelt, kommt nicht der Monteur meiner Erwartungen die Treppe hoch. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich mir einen Mann vorgestellt habe, in Montur, mit Werkzeugkasten und Ersatzteilen. Es ist aber eine Frau in einem verwaschenen Kleid mit einer Stofftasche in der Hand, auf der das Logo aufgedruckt ist, das ich von der Geschirrspülmaschine her kenne. “Guten Tag, Firma HR”, stellt die Frau sich vor. “Guten Tag”, stottere ich und versuche, mir meine Überraschung nicht anmerken zu lassen. “Kommen Sie herein!”
Sie stellt ihre Stofftasche auf den Stuhl, entnimmt ihr eine Küchenschürze, bindet sie um und fängt an, das Geschirr zu spülen. “Äh, Entschuldigung”, sage ich zu ihr, “es ging darum, die Geschirrspülmaschine zu reparieren.” “Kann ich nicht”, antwortet sie. “Ja, aber …”, murmle ich, und dann weiß ich nicht weiter, und eine Weile ist nur Plätschern zu hören, das Schmatzen, wenn sich ein gesäuberter Teller aus dem Wasser löst und das Klacken, mit dem er auf dem metallenen Abtropfständer aufkommt. “Haben Sie noch was?”, fragt die Frau schließlich und hebt ihre seifige Hand aus dem schmutzigen Wasser, um sich mit dem Unterarm eine Strähne aus dem Gesicht zu wischen.
“Sie müssen doch nicht mein Geschirr spülen!”, sage ich, viel zu spät. “Ich wollte eine Reparatur.” “Es gibt nur einen Techniker für die Geräte. Es wird Monate dauern, bis er zu Ihnen kommt. Solange werde ich Ihr Geschirr spülen.” Sie hat das Wasser abgelassen und schrubbt jetzt das Spülbecken. “Danke, aber das möchte ich nicht.”
“Wollen Sie, dass ich Schwierigkeiten bekomme? Nein? Also, dann lassen Sie mich Ihr Geschirr spülen. Können Sie bitte unterschreiben, dass ich den Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt habe?” Sie trocknet sich die Hände an der Schürze und holt eine Unterschriftenmappe aus der Stofftasche, schlägt die Seite mit dem heutigen Datum auf. Ich kann nur meinen Namen erkennen, alle anderen sind abgedeckt. Die Liste ist lang. Ich unterschreibe, und als sie die Mappe schließt, sehe ich auf dem Umschlag wieder das Logo HR, und darunter in klein: Human Resources.
Menschliche Ressourcen also, als Ersatz für Technik. Aber ist das denn erlaubt? “Gut, dann bis morgen”, sagt die Frau. Gleiche Uhrzeit?” “Nein, morgen … also, wollen Sie jetzt wirklich jeden Tag kommen?” “Von wollen kann nicht die Rede sein.” “Aber dann … können wir es nicht so machen, dass-”
“Nein. Wenn ich nicht regelmäßig zu Ihnen komme, verliere ich diesen Job, und das bedeutet für mich Abschiebung.” “Was? Das ist ja schrecklich! Und wahrscheinlich werden Sie schlecht bezahlt?” “Schlecht bezahlt? Das gilt als unbezahltes Praktikum.” “Aber, das ist doch … rechtlich gesehen…” Sie schaut mich nur spöttisch an. Ich komme mir so unbeholfen vor.
Dann greife ich in meine Jacke, die über dem Küchenstuhl hängt und hole meinen Geldbeutel hervor. Sie schüttelt den Kopf. “Ich werde nichts annehmen. Ich kenne das. Die Leute wollen gut sein, und irgendwann sind sie es Leid. Dann rufen sie bei der Firma an …” “Das würde ich nie tun!”, sage ich inbrünstig und meine es auch so. Aber ihr genervter Blick lässt mich ins Nachdenken kommen. Wenn ich einmal anfange, ihr Geld zu geben, dann kann ich auch nicht mehr so einfach wieder damit aufhören. Würde ich wirklich monatelang für einen Service bezahlen, den ich gar nicht will, und der mir unangenehm ist? Außerdem, wieviel soll ich ihr geben?
Ich lasse den Geldbeutel auf dem Küchentisch liegen. “Wovon leben Sie denn?”, frage ich sie. “Möchten Sie nicht wenigstens etwas essen?” Sie verneint. “Dasselbe Problem.” “Aber das ist — wie Sklaverei!” “Es ist Sklaverei”, stellt sie fest. Sie ist schon bei der Tür. “Ich muss weiter.” “Ja, natürlich, aber … kann ich denn gar nichts für Sie tun?” “Seien Sie nicht so verzweifelt. Es wäre schön, wenn Sie mich nicht mit Ihren Emotionen belasten würden. Sie nutzen ja nicht nur meine Arbeitskraft, sondern auch die von vielen anderen, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind. Also müssten Sie sich eigentlich schon längst an Ihre ausbeuterische Seite gewöhnt haben.”
Habe ich aber nicht. Ich sehe sie die Treppe hinuntergehen und würde ihr gerne irgendetwas zurufen, etwas Linderndes, aber mir fällt nichts ein. Sie wird jetzt also jeden Tag kommen und meine Sklavin sein, und mich an das Elend in der Welt erinnern. Mir ist übel, denn das einzige, was mir dazu einfällt, ist: ich will diese Geschirrspülmaschine loswerden!
Am Treppenabsatz schaut die Frau noch einmal zu mir hoch. Jetzt, denke ich, jetzt wird sie sagen, dass es nett von mir war, ihr etwas anzubieten. Ich lächle sie an. Sie lächelt nicht, als sie sagt: “Und nicht heimlich vorspülen. Alles stehenlassen.” Mit diesen Worten wendet sie sich von mir ab. Wie vom Donner gerührt bleibe ich stehen, bis sie ganz unten ist, und die Haustür mit einem Knall zufällt.
Es klingelt an der Tür. Ich öffne und weiß gleich, was die beiden wollen, denn ich habe den Bundesadler auf den Papieren sofort entdeckt. Ich schüttle den Kopf. “Bitte”, sagt der Ältere von ihnen. Sie sind beide nicht mehr jung, die Gesichter sorgenzerfurcht, die Kleidung gebügelt aber ärmlich, wer weiß, wie sie an diesen Job gekommen sind. “Nein”, sage ich laut und will die Tür schließen. Da sehe ich die Tränen in den Augen des Jüngeren und bin erschrocken. “Es tut mir Leid, aber ich kann wirklich nicht…” Ich winde mich. Dann fällt mir etwas ein.
“Sie können etwas zu essen bekommen”, schlage ich vor. “Aber danach müssen Sie wirklich gehen.” Die beiden nicken eifrig. So, wie sie das Essen in sich hinein schaufeln, müssen sie richtig ausgehungert sein. Zum Glück ist so viel übrig geblieben von meiner Geburtstagsfeier. Mir fällt ein, dass das Datum meines Geburtstages in den Unterlagen steht. Ob sie absichtlich deshalb heute gekommen sind?
Gewieft, denke ich, und: ist doch okay, sie können es brauchen. “Kuchen?”, frage ich. Ihre Augen glänzen, und ich bin großzügig mit der Sahne. Erst als sie alles aufgegessen haben, finden sie ihre Sprache wieder und bedanken sich überschwänglich. Dann sagt der Ältere: “Wir werden jetzt gehen, wie versprochen. Aber ich wollte Sie noch darauf hinweisen, dass das Verfahren stark vereinfacht wurde.” Der Satz klingt wie auswendig gelernt. Er hat einen Akzent, polnisch vielleicht? “Sie brauchen jetzt gar keine Fragen mehr zu beantworten. Mit nur einer Unterschrift…”
“Ach, tatsächlich?”, entfährt es mir. Wenn ich an den mehrseitigen Fragebogen denke, den man früher ausfüllen musste, die Prüfungen, die Gebühren und das monatelange Warten. Der Jüngere beugt sich vor, flüstert mir zu: “Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Sie sogar eine Prämie von 1000 Euro erhalten!”
Okay, ich muss klare Verhältnisse schaffen. “Ich möchte die deutsche Staatsbürgerschaft nicht. Jetzt nicht mehr. Monatelange systematische Unterstützung von Völkermord, da kann ich mich nicht bewusst dafür entscheiden, zu diesem Land zu gehören. Nein, ich möchte nichts damit zu tun haben.”
Schweigen. Seufzen. “Wir verstehen Sie ja”, sagt der Ältere, es ist nur so, dass… Wenn wir unsere Quote nicht erfüllen, werden wir bestraft.” “Bestraft? Wie denn?” Der Jüngere hat schon wieder Tränen in den Augen, er lässt sie rinnen, sie fallen zu den Krümeln auf dem Kuchenteller. Der Ältere schluckt schwer: “Wir müssen dann …”, er schüttelt den Kopf, “wir müssen dann selbst Deutsche werden.”
Jetzt weinen beide, an meinem Küchentisch, und ich ziehe den Vorhang zu, damit die neugierige Nachbarin, die jetzt auf den Balkon gekommen ist, uns nicht sehen kann.
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