Sabine de Martin  


 Home

 Biographisches

Texte

  Perverse
  Tiefkühlfach
 
Ohren
  Kabulde
  Lesben
  Steinziegen
  Abschied

 Roman

 Lesungen

 Schreibkurse

 Bestellung

 °°°°°°°°°°°°

 
Kontakt
 Impressum
 Disclaimer

Texte | Bis über beide Ohren

Caro fuhr hoch. Sie war auf dem Teppich eingeschlafen. Fahles Dämmerlicht fiel durchs Fenster. Es klapperte. Caro ging dem Geräusch nach.
In der Küche stand Veronika, nur mit einer Unterhose bekleidet, und bewegte ihre Hände wie zu einer unsichtbaren Musik innerhalb eines riesigen Schaumbergs. Sie machte kreisende Bewegungen; dann auf und ab und hin und her. Es dauerte eine Weile, bis Caro begriff, daß sie Geschirr spülte.
Caro räusperte sich. Veronika drehte sich zu ihr um: "Guten Morgen, ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt. Ich konnte nicht mehr schlafen, und ich wollte dir etwas Gutes tun. Spülen war das beste, was mir einfiel."
"Das ist nett. Ich - ähm, hätte übrigens auch eine Küchenschürze gehabt."
"Stört es dich, daß ich nichts anhabe?"
"Nein, nein, gar nicht."
"Mir war so heiß." Veronika wischte sich eine Schaumflocke vom Bauch. "Ich habe über Laila nachgedacht. Vielleicht habe ich ihr nicht deutlich genug gezeigt, daß ich mich für sie interessiere. Ich habe gedacht, ich könnte die Frau bestechen, die ihre Blumen gießt. Sie hat so ein herzensgutes Gesicht. Sicher läßt sie mich in die Wohnung und dann könnte ich Laila überraschen, wenn sie wiederkommt. Ich könnte mich zum Beispiel nackt in ihr Bett legen, was hältst du davon?"

kurze Geschichte

 
    © Sabine de Martin | letzte Aktualisierung: 01.10.2003