Texte | Bis über
beide Ohren
Caro fuhr hoch. Sie war auf dem Teppich eingeschlafen.
Fahles Dämmerlicht fiel durchs Fenster. Es klapperte. Caro
ging dem Geräusch nach.
In der Küche stand Veronika, nur mit einer Unterhose bekleidet,
und bewegte ihre Hände wie zu einer unsichtbaren Musik innerhalb
eines riesigen Schaumbergs. Sie machte kreisende Bewegungen; dann
auf und ab und hin und her. Es dauerte eine Weile, bis Caro begriff,
daß sie Geschirr spülte.
Caro räusperte sich. Veronika drehte sich zu ihr um: "Guten
Morgen, ich hoffe, ich habe dich nicht geweckt. Ich konnte nicht
mehr schlafen, und ich wollte dir etwas Gutes tun. Spülen war
das beste, was mir einfiel."
"Das ist nett. Ich - ähm, hätte übrigens auch
eine Küchenschürze gehabt."
"Stört es dich, daß ich nichts anhabe?"
"Nein, nein, gar nicht."
"Mir war so heiß." Veronika wischte sich eine Schaumflocke
vom Bauch. "Ich habe über Laila nachgedacht. Vielleicht
habe ich ihr nicht deutlich genug gezeigt, daß ich mich für
sie interessiere. Ich habe gedacht, ich könnte die Frau bestechen,
die ihre Blumen gießt. Sie hat so ein herzensgutes Gesicht.
Sicher läßt sie mich in die Wohnung und dann könnte
ich Laila überraschen, wenn sie wiederkommt. Ich könnte
mich zum Beispiel nackt in ihr Bett legen, was hältst du davon?"
kurze Geschichte
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